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Samstag, 3. Oktober 2009

Motivationsloch


Es ist sehr lange her seit ich meinen Blog das letzte mal aufdatiert habe. Ich bin mir bewusst, dass solch lange pausen von den lesern nicht geschätzt werden und bitte Sie deshalb auch um Entschuldigung. Aber manchmal reicht die Motivation ganz einfach nicht aus, um noch einen Blogeintrag zu schreiben. Es kann hunderte von Gründen geben um in ein sogenanntes Motivationsloch zu fallen. Ich hatte in letzter Zeit einige Projekte, die mir viel Kopfzerbrechen verursacht haben. Am besten und idealsten wäre es natürlich, wenn man nur mit Dingen arbeiten könnte, die einem Freude bereiten und für die man ein inneres Feuer verspürt. Dem ist leider nicht immer so. In den letzten Wochen erfuhr ich dies am eigenen Leibe. Auf der anderen Seite, schätzt man danach um so mehr, wenn man mit Aufträgen und projekten arbeiten darf, die einem am Herzen liegen.
Jeder kann in ein Motivationsloch geraten. Einige von Ihnen denken jetzt vielleicht, dass dies einem Mentaltrainer, zu dessen Aufgaben es gehört Sportler zu motivieren, nicht passieren dürfte. Aber man kann dem Motivationsloch auch etwas positives abgewinnen. Hat man selbst eine Motivationskrise erlebt, so versteht man seine Schützlinge noch besser, dank den Lehren aus den eigenen Erfahrungen. Und dann noch etwas: Es ist ein schönes Gefühl zu erleben, dass die verschiedenen Strategien und Konzepte um eine Motivationskrise zu überwinden auch wirklich funktionieren.
Ich freue mich jedenfalls in nächster Zeit wieder regelmässig über meine Arbeit und gedanken zu schreiben.

Samstag, 22. August 2009

Referat für Musikinstitut in Espoo


Diese Woche war ich als Gastreferent im Musikinstitut in Espoo. Ich hielt dort anlässlich einer Lehrerfortbildung im Zusammenhang mit dem Beginn eines neuen Studienjahres, ein Referat zum Thema ”Wie motiviere ich meine Schüler?” Es ergaben sich wäåhrend und nach dem Referat interessante Diskussionen.
Vor allem eine Fragestellung lässt mir seither keine Ruhe mehr. Wie soll ich mich mich als Instrumentlehrer bzw. Gesangslehrer verhalten, wenn ich einen fleissigen und ambitionierten Schüler habe, der meines Erachtens nicht über die Voraussetzungen für eine Musikkarierre verfügt. Es handelt sich um eine äusserst komplexe Frage mit sowohl moralischen als auch ethischen und psychologischen Gesichtspunkten. Viele der anwesenden Lehrer fanden, dass es ihre Pflicht sei, dem Schüler gegenüber ehrlich zu sein und ihm mitzuteilen, dass er nicht über das notwendige Talent verfügt, um eine Karriere als Musiker machen zu können. Es wäre ihres Erachtens falsch dem Schüler falsche Hoffnungen zu machen.
Die anderen Lehrer dagegen fanden es falsch, es als Lehrer eine Prognose über die künftige Entwicklung des Schülers zu machen. Es gäbe genügend Beispiele, wo sogenannte hoffnungslose Fälle, eine grossartige Karriere als Musiker gemacht haben. Eines ist sicher: Wenn ich einem Schüler sage, dass er nicht ausreichend talentiert sei, so legt man den Baustein dafür, dass der Schüler garantiert niemals sich selber in der Musik übertreffen wird. Man zeigt nämlich dem Schüler seine B Begrenzungen auf, die in Zukunft sein Leistungsvermögen unterbewusst steuern werden. Wie verhält es sich aber im umgekehrten Fall? Ich mache als Lehrer eine gute Miene, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass der Schüler sein Ziel mit höchster Wahrscheinlichkeit nie erreichen wird. Schwere Fragen, auf die es keine richtigen oder falschen Antworten gibt, die aber unter den Lehrern, Trainern und Chefs absolut diskutiert werden sollten .
Nochmals ein Dankeschön an die Lehrer des Musikinstitutes Kungsvägen für die aktive Teilnahme an meinem Referat. Viel Erfolg beim unterrichten.